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Amtsgericht Zossen

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Dienstsitz Luckenwalde

Der Dienstsitz der sozialen Dienste befindet sich in der Rudolf-Breitscheid-Str. 160, 14943 Luckenwalde.

Telefon (03371) 61 13 67 
Telefax (03371) 61 13 77

Für folgende Amtsgemeinden ist der Dienstsitz Luckenwalde zuständig:

  • Amt Am Mellensee (Gadsdorf, Klausdorf, Kummersdorf-Alexanderdorf, Kummersdorf-Gut, Mellensee, Rehagen, Saalow, Sperenberg)
  • Amt Baruth (Baruth, Dornswalde, Groß Ziescht, Horstwalde, Klasdorf, Ließen, Merzdorf, Mückendorf, Paplitz, Petkus, Radeland, Schöbendorf, Glashütte)
  • Amt Zossen (Glienick, Groß Schulzendorf, Horstfelde, Kallinchen, Lindenbrück, Nächst Neuendorf, Nunsdorf, Schöneiche, Schünow, Waldstadt, Wünsdorf und Zossen mit Ortsteil Dabendorf)
  • Stadt Ludwigsfelde
  • Amtsgemeinde Großbeeren

Welche Aufgaben haben die Sozialen Dienste in der Justiz?

Die Sozialen Dienste der Justiz sind ein Teil der Justizverwaltung und unterstehen der Aufsicht des Präsidenten des Oberlandesgerichts.

In den Dienstsitzen der sozialen Dienste arbeiten Sozialarbeiter sowie Bürokräfte; diese nehmen - teilweise spezialisiert - Aufgaben der Bewährungshilfe, der Gerichtshilfe und des Täter-Opfer-Ausgleichs wahr.

Bewährungshilfe

Der nach seinem Umfang bedeutendste Teil der Sozialen Dienste ist die Bewährungshilfe.

Wird ein Angeklagter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, so wird er meistens einem Bewährungshelfer unterstellt. Ziel der Bewährungshilfe ist es, den zu einer Bewährungsstrafe verurteilten Personen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, um in ein straffreies Leben zurückzufinden und die soziale Integration zu fördern.

Der Bewährungshelfer steht seinem Probanden zur Seite und

überwacht die Erfüllung von Auflagen hinsichtlich

  • Schadenswiedergutmachung
  • Zahlung von Geldbußen
  • Ableistung der Stunden gemeinnütziger Arbeit

sowie die Befolgung von Weisungen des Gerichts hinsichtlich

  • Bestimmung des Aufenthalts
  • Anordnungen bzgl. der Ausbildung, Arbeit und Freizeit
  • Vereinbarungen bzgl. einer Schuldenregulierung

erstellt Berichte über die Lebensführung des Probanden und hilft

  • bei der Suche nach einer Arbeitsstelle und Wohnung
  • bei der Sicherung des Lebensunterhaltes
  • bei der Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber Behörden
  • bei der Suche nach Therapieeinrichtungen und Drogenberatungsstellen

Ein Bewährungshelfer wird auch beigeordnet, wenn vom Gericht Führungsaufsicht angeordnet worden ist. Dies geschieht in der Regel im Anschluss an eine Inhaftierung oder einer Unterbringung in er Maßregeleinrichtung.

Gerichtshilfe 

Das Strafrecht sieht im Rahmen von Strafverfahren, insbesondere bei der Strafzumessung bei Entscheidungen zur Strafvollstreckung vor, dass die persönlichen Lebensumstände der von den Ermittlungs- und/oder Strafverfahren Betroffenen zu berücksichtigen sind. Deshalb beauftragen Staats- und Amtsanwaltschaft, Gericht und Gnadenstelle die Gerichtshilfe über die persönlichen Lebensverhältnisse zu berichten und die Umstände zu ermitteln, die insbesondere für die

  • Strafzumessung
  • die Strafaussetzung zur Bewährung
  • die Einstellung des Verfahrens
  • die Bewilligung von Zahlungserleichterungen

von Bedeutung sein können. Die Gerichtshilfe ist allerdings keine Rechtsberatung. Die Zusammenarbeit mit der Gerichtshilfe ist freiwillig.

Ziel der diesem Fachbereich außerdem zugeordneten Haftentscheidungshilfe ist es, die Untersuchungshaft - die wegen der Unschuldsvermutung nur letztes Mittel zur Vermeidung einer Flucht- oder Verdunklungsgefahr sein kann - zu vermeiden und zu verkürzen. Durch Erfassung der sozialen Situation des Beschuldigten wird der Staatsanwaltschaft bzw. dem Gericht berichtet, durch welche Auflagen oder Weisungen ggf. eine Untersuchungshaft vermieden kann.

Auch bei Verhängung von Geldstrafen kann die Gerichtshilfe bei der Beantragung von Zahlungserleichterungen behilflich sein. Bei Zahlungsunfähigkeit berät die Gerichtshilfe den Verurteilten bei Möglichkeiten, die Geldstrafe durch unbezahlte gemeinnützige Tätigkeit abzuarbeiten um somit die Vollstreckung der Ersatzfreiheitsstrafe zu vermeiden. Diese Möglichkeit entlastet die staatliche Gemeinschaft durch Einsparung von Haftkosten und von der unentgeltlich erhaltenen geleisteten Arbeit und dient dem Verurteilten, der nicht durch die Ersatzfreiheitsstrafe aus seinem bisherigen Umfeld herausgerissen wird.

Täter-Opfer-Ausgleich

Als dritter Aufgabenbereich der Sozialen Dienste tritt neben die Bewährungs- und Gerichtshilfe der Täter-Opfer-Ausgleich. Dieser wird im Auftrage der Staatsanwaltschaft, auf Initiative des Gerichts oder eines Beteiligten von einem dafür besonders geschulten Sozialarbeiter durchgeführt. Der Täter-Opfer-Ausgleich ist freiwillig. Sind das Opfer der Tat und der Beschuldigte zu einem Vermittlungsgespräch bereit, versucht der Konfliktberater, in dem Gespräch den der Straftat zugrundliegenden Konflikt aufzuarbeiten.

Ziele des Täter-Opfer-Ausgleichs sind

  • die Interessen und Belange der Opfer zu stärken,
  • die Täter mit den Konsequenzen ihrer Tat durch die direkte Begegnung mit dem Opfer zu konfrontieren,
  • die Konfliktaufarbeitung, die Wiedergutmachung und die Herstellung de sozialen Friedens,
  • Lösungen für eine materielle und/oder emotionale Schadenswiedergut-machung zu finden.

Den Opfern wird die Gelegenheit gegeben, die eigene Betroffenheit auszu-sprechen. Sie können ihre Vorstellungen über eine Wiedergutmachung ein-bringen und gemeinsam mit den Tätern befriedigende Lösungen suchen und aktiv eine Konfliktlösung mitbewirken. Außerdem kann eine mögliche Regelung finanzieller Ansprüche dem Geschädigten in vielen Fällen ein möglicherweise langwieriger und komplizierter zivilrechtlicher Klageweg erspart werden.

Die Täter sollten ihre Beweggründe zur Tat schildern und zeigen, dass sie die Betroffenheit der Opfer ernst nehmen. Sie sollten ihr Bedauern über ihr Handeln und dessen Folgen für die Opfer zum Ausdruck bringen. Außerdem sollten die Täter sich aktiv mit der Möglichkeit der Wiedergutmachung auseinandersetzen.

Nach Beendigung der Vermittlung legt der Sozialarbeiter der zuständigen Staatsanwaltschaft und/oder dem Gericht einen Abschlussbericht vor. Auf dessen Grundlage wird dann entschieden, ob das Strafverfahren eingestellt oder das Vermittlungsergebnis jedenfalls bei der Strafzumessung berücksichtigt werden kann.